Mittwoch, 18. April 2012

[Rezension] Sandras Schatten




Titel: Sandras Schatten
Originaltitel: siehe oben
Autor: Martina Sevecke-Pohlen
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Sprache: Deutsch
Genre: Krimi
Seiten: 200 (eBook)
Reihe: "Christa ermittelt" #2
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Webseite: Autorenseite
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Bewertung: 4 Herzen
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Inhalt:

Christa hat einen neuen Job und zieht dafür in ihre erste eigene Wohnung. Ihre Vermieterin Sandra scheint nett zu sein und auch sonst fühlt sich Christa sehr wohl. Doch dann geschehen seltsame Dinge. Jemand ist im Garten des Hauses. Jemand versucht, einzubrechen. Ein Mord.

Die Vergangenheit holt Christa und auch Sandra ein. Unfälle, die fast in Vergessenheit geraten sind, werden aktuell und Christa beginnt zu hinterfragen....


Meine Meinung:

Schade, dass solch ein Roman nicht bekannter ist. Denn er kann locker mit den Krimis mithalten, die sich auf den Bestseller-Listen tummeln. Es gibt sympathische Figuren, echte Schicksale, Geheimnisse, Intrigen. Und es spielt in Deutschland - ein Pluspunkt in der heutigen globalisierten Buchwelt.

Zunächst überzeugte mich der Roman nicht ganz. Christa, die Hauptfigur, eine junge Frau, war mir nicht sympathisch, ich konnte überhaupt nicht verstehen, worum es hier eigentlich ging. Mich verwirrten die Namen von den Personen und noch mehr die Namen von den ganzen Ortschaften. Ich brauchte meine Zeit, um mit dem Roman warm zu werden. Vielleicht empfiehlt es sich doch, den Vorgängerroman zu erst zu lesen - wobei das keinesfalls notwendig ist.

Denn irgendwann habe selbst ich mir die Namen merken können und die Geschehnisse problemlos verfolgen können. Es ist kein brutaler Roman, was sehr nach meinem Geschmack ist. Hier liegt der Fokus auf den Menschen und nicht auf grausamen Taten. Dennoch ist der Krimi nicht ohne.

Jede Person hat seine persönliche "Leiche" im Keller. Solche Verstrickungen finde ich super! Gerade, wenn man sie als Leser zuerst nur erahnt und sich selbst die wildesten Theorien aufbaut. Die Autorin löst am Ende alle Verstrickungen auf. Manche Punkte waren mir etwas zu oberflächlich angeschnitten. Dafür, dass sie am Beginn der Geschichte so detailliert auf Dinge eingegangen ist, hätte sie gern noch 20-30 Seiten mehr schreiben dürfen und noch mehr in die Tiefe gehen können.

Vielleicht hätte sich so am Ende eine noch größere Spannung aufgebaut. Denn der "Showdown" ist nervenschonend, es hätte durchaus auch noch etwas "krasser" sein dürfen. Ich war selbst fast überrascht, als die Situation aufgelöst wurde. Aber beschweren möchte ich mich nicht, denn das Ende lässt keine Fragen offen und ist Cliffhanger-frei.

Der Schreibstil ist angenehm, es gibt keine großen verflochtenen Sätze, die man mehrmals lesen muss. Die Dialoge sind gut gestaltet und auch das Alltagsleben hat die Autorin gut beschrieben. An keiner Stelle zieht sich die Handlung, langweilig wird es garantiert nicht.

Übrigens finde ich auch die Titelwahl sehr schön! Passt auf eine subtile Art und Weise perfekt zu dem Roman. Bravo! Das Cover finde ich recht nett, könnte aber gern noch etwas düsterer sein. Wie wäre es mit einer langen dunklen Straße, die von Bäumen umsäumt ist..? Kann ich mir super vorstellen.

A propos "vorstellen": Ich kann mir diesen Krimi gut als Teil der "Tatort-Reihe" vorstellen. Als Film würde sich die Geschichte super machen. Vielleicht liest ja einer der Drehbuchautoren vom Tatort diese Rezension und überlegt es sich :)


Fazit:

Ein guter Krimi, der gut durchdacht aufgebaut ist und sehr real scheint. Obwohl der Krimi eher schleppend beginnt, holt er ab der Mitte wieder auf und wird zu einem einzigen Nervenkitzel.





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